Denken Sie auch un­ter dem Christ­baum an die Spen­den­quittung

Fast Wochenende. Was steht jetzt noch bis Heiligabend auf dem Programm? Wer nicht in Handel, Gastronomie oder Notdienst arbeiten muss, wird vermutlich Samstag die letzten Weihnachtseinkäufe machen, Sonntag den vierten Advent genießen, Montag den Kühlschrank für die abendliche Bescherung sowie die Feiertage füllen. Dann folgt die besinnliche Zeit im Kreise der Familienangehörigen oder Freunde. Vielleicht gemeinsam in die Kirche gehen oder einen Winterspaziergang machen, später die Kerzen am Baum anzünden. Sich von der Weihnachtsatmosphäre erfassen lassen, möglicherweise ein wenig sentimental werden. Und aus Anlass des Weihnachtsfests dann noch ein paar Spenden für soziale oder gemeinnützige Zwecke überweisen. Wer möchte in dieser Stimmung schon an eine Spendenquittung denken?

Die Seriosität von Spen­den­samm­lern be­wer­tet das DZI

Klingt hart, ist aber der Realität geschuldet: Jeder, der zu Weihnachten etwas Gutes tun will, sollte an die Spendenquittung denken – oder zumindest die Webseite des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Das DZI fungiert als Spenden-TÜV. Auf seiner Internetseite finden Spenden-Willige eine Datenbank. Dort lassen sich nach Arbeitsbereich und Region geordnet Organisationen recherchieren, bei denen Spenden höchstwahrscheinlich gut aufgehoben sind. Viele haben das Spenden-Siegel des DZI, sich also einer strengen Prüfung nach wirtschaftlichen, rechtlichen und ethischen Kriterien unterworfen. Der Hinweis darauf, dass Spender sich vor einer Geldüberweisung informieren sollten, ob die Spenden sammelnde Organisation seriös und gemeinnützig ist, klingt überflüssig. Ist er aber nicht. Gerade um Weihnachten spielen Betrüger mit den Emotionen vieler Menschen und zocken sie ab. Anfang 2018 etwa waren anlässlich des Drei-Königs-Tages in Bayern falsche Sternsinger unterwegs. Und es gibt zahlreiche Fälle, in denen Spender einem Geschäftemacher auf den Leim gehen, der ihre Gutgläubigkeit ausnutzt.

Manchmal reicht als Spen­den­quit­tung der Bu­chungs­beleg

Mit Aufmerksamkeit und Vorbereitung entkommt man solchen Abzockern. „Finanztip“ gibt einen guten Überblick, wie sich eine seriöse Organisation erkennen lässt. Und das DZI liefert umfangreiche Spenden-Tipps, auch zur Frage der Spendenquittung. „Bei Spenden bis zu 200 Euro reicht der Bareinzahlungsbeleg oder die Buchungsbestätigung des Kreditinstituts in Verbindung mit einem von der Empfängerorganisation hergestellten Beleg mit Angaben über den steuerbegünstigten Zweck, die Freistellung von der Körperschaftsteuer und darüber, ob es sich um eine Spende oder einen Mitgliedsbeitrag handelt. Diesen Nachweis drucken die Spendenorganisationen häufig in Verbindung mit dem Überweisungsformular ab.“ Wichtig zur Gemeinnützigkeit. „Die finanzamtlich bescheinigte Gemeinnützigkeit sollte nicht als Nachweis einer umfassend geprüften und bestätigten Seriosität der betreffenden Organisation als Ganzes missverstanden werden. Für viele Spenderinnen und Spender wichtige Aspekte wie zum Beispiel wirksame Aufsichts- und Kontrollmechanismen sowie Wahrheit, Eindeutigkeit und Sachlichkeit der Werbe- und Informationsmaterialien sind nämlich nicht Gegenstand der finanzamtlichen Prüfung.“

Stets aus Prin­zip um ei­ne Spen­den­quit­tung bitten

Was also sollte jemand tun, der spenden will? Erstens sich informieren, ob die Organisation, die er bedenken will, so seriös ist, wie sie sich darstellt. Gerade in der Frage nach dem Umfang der gemeinnützigen Tätigkeit lohnt ein Blick in die DZI-Datenbank. Zweitens eine Spendenquittung verlangen. Selbst wenn man das Geld gar nicht von der Steuer absetzen will, geht es hier ums Prinzip: Wer eine Spendenquittung verlangt, signalisiert dem Empfänger, dass er einen guten Zweck unterstützen und nichts verschenken will. Und: Wer eine Spendenquittung hat, kann noch später überlegen, ob er den Betrag später in der Einkommensteuererklärung geltend machen will, was ja an bestimmte Voraussetzungen geknüpft ist.

Hinter man­chen Spen­den­auf­ru­fen stecken Phishing-Attacken

Soviel zum Thema Spenden, Steuern, Seriosität. Denken Sie daran, wenn Sie unter dem Weihnachtsbaum in gelöster Stimmung sind und all jene Überweisungsformulare durchblättern, die im Dezember per Post in Ihrem Briefkasten gelandet oder aus Zeitschriften gepurzelt sind. Und seien Sie besonders vorsichtig bei Spendenaufrufen via E-Mail, hinter denen sich oft Phishing-Attacken verbergen. Wenn Sie diese Tipps beachten, können Sie guten Gewissens spenden. Frohe Weihnacht.